Stories

© Rhein-Neckar

Wenn mutige Menschen mit spannenden Ideen und kluge Konzepten auf guten Nährboden treffen, wenn sie diskutieren, sich untereinander vernetzen, mit bestehenden Unternehmen kooperieren und branchenübergreifend zusammenarbeiten,

dann bewegt sich nicht nur die Gründer- und Start-up-Szene, dann wächst eine gesamte Region.
Geschichten von Gründerinnen und Gründern aus und für die Metropolregion Rhein-Neckar.

2020

NACHHALTIGKEIT | Maximilian und Konstantin Wilk, AQON Pure, Bensheim

DIE INNOVATION OHNE SALZ

Umsatzwachstum im 3-stelligen %-Bereich. Seit 2017 übertrifft AQON Pure von Jahr zu Jahr unsere Erwartungen. Von Monat zu Monat rüsten wir mehr und mehr Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser mit unserer nachhaltigen Wasseraufbereitungstechnologie aus. Innerhalb von 3 Jahren konnten wir deutschlandweit ein Netzwerk aus über 160 Installationsunternehmen aufbauen, welche auf Wunsch AQON Pure fachgerecht bei unseren Kunden einbauen.

Das Produkt: AQON Pure ist die Innovation ohne Salz. AQON Pure ist eine umweltfreundliche Kalkschutzanlage, die in Gebäuden die Trinkwasserinstallation und deren nachgeschalteten Komponenten vor den Folgen einer hohen Wasserhärte (Kalk) schützt. Das besondere an AQON Pure ist, dass Kalkablagerungen reduziert werden, ohne die Wasserqualität des örtlichen Versorgers zu verändern. Die wertvollen Mineralien Calcium und Magnesium bleiben im Wasser erhalten – der Natriumwert bleibt unverändert niedrig. AQON Pure benötigt keinen Strom, produziert kein Abwasser. Mit einer Nutzungsdauer von bis zu 20 Jahren ist AQON Pure besonders langlebig. All unseren Kunden haben außerdem die Möglichkeit unseren Einbauservice zum Festpreis zu nutzen.

Die Motivation: Seit vielen Jahren ist in Deutschland einer der gängigsten Technologien zur Aufbereitung von hartem Wasser der sogenannte Ionenaustauscher. Bei dem sogenannten Ionenaustausch werden dem Trinkwasser die Mineralien Calcium und Magnesium entzogen und Natrium an das Trinkwasser abgegeben. Ein Einfamilienhaus in einer Region mit hartem Wasser verbraucht dadurch bis zu 100 kg Salz pro Jahr. Insbesondere das Chlorid im Abwasser einer Enthärtungsanlage kann die Umwelt belasten.
Neben den Anlagen des Ionenaustauschs gibt es weitere Kalkschutzanlagen, bei denen teilweise regelmäßig bestimmte Kalkschutzgranulate oder Wirkeinheiten erneuert werden müssen. Dadurch entsteht Abfall.
Von Anfang an war unsere Motivation, ein umweltfreundlicheres Produkt anzubieten.

Die Idee: AQON Pure ist eine Kalkschutzanlage, die nach dem sogenannten Prinzip der Impfkristallbildung arbeitet. Dies bedeutet, dass die Mineralstoffe Calcium und Magnesium (Kalk) im Wasser enthalten bleiben. Es werden im Wasser mikroskopisch kleine Kalkkristalle gebildet, die als Anlagerungspunkt für den übrigen Kalk im Wasser dienen. Dadurch werden Kalkablagerungen in der Trinkwasserinstallation wirksam reduziert. Die im Wasser gebildeten Impfkristalle werden bei jeder Wasserentnahme einfach ausgeschwemmt. Der Vorteil von AQON Pure ist, dass bei diesem Prozess kein Salz oder sonstige Verbrauchsmaterialien benötigt werden. Die Trinkwasserqualität bleibt so, wie sie vom örtlichen Versorger kommt.
Die Herausforderung: Neben der nachhaltigen Funktionsweise von AQON Pure, steht unser Einbauservice zum Festpreis für eine ganz besondere Innovation in der SHK (Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik) Branche. Während viele andere Hersteller mittels eines mehrstufigen Vertriebsmodells arbeiten, haben unsere Kunden die Möglichkeit, direkt über uns den Einbau zum Festpreis mitzubuchen. Hierfür benötigen wir lediglich ein Foto des Wasseranschlusses und des nachfolgenden Rohrverlaufes vor Ort. Eine separate Anfahrt durch ein Fachunternehmen zur Begutachtung der Installationsumgebung entfällt. Gerade durch unser starkes Wachstum war es zu Beginn unserer Arbeit eine Herausforderung ein leistungsstarkes und flächendeckendes Netzwerk aus Partnerunternehmen aufzubauen. Insbesondere der Fachkräftemangel in der SHK Branche erlaubt es Installationsbetrieben teilweise nicht, Neukunden aufzunehmen. Durch unsere effiziente Arbeitsweise, Kommunikation und Abwicklung konnten wir jedoch mehr und mehr Installationsbetriebe von unserem Geschäftsmodell überzeugen. Inzwischen ist unser Netzwerk auf über 160 Partnerunternehmen angewachsen.

Der aktuelle Stand: Trotz Corona war 2020 für AQON Pure ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr. Durch die Digitalisierung unseres Vertriebsprozesses durch unsere Webseite und unsere effiziente Abwicklung durch unseren Einbauservice war eine uneingeschränkte Lieferfähigkeit und Abwicklung – unter den zu beachtenden Hygienevorschriften – möglich. Seit Mai 2020 ist AQON Pure für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design 2021 nominiert. AQON Pure etabliert sich dadurch mehr und mehr zum Spezialisten für umweltfreundliche Wasseraufbereitung. Seit dem Start von AQON Pure konnten wir 4-stellige Stückzahlen von AQON Pure bei unseren Kunden verbauen. Neben dem Vertrieb an Endkunden konnten wir 2020 auch den Absatz durch Fachunternehmen (Sanitärunternehmen) deutlich steigern.

Persönlicher Rat an Gründer*innen: Am Beginn jeder Gründung sollte eine ausführliche Marktanalyse stehen. Zum einen trifft ganz gut das Sprichwort „Schuster bleib‘ bei deinen Leisten“ zu. Wer in eine Branche mit einer neuen Lösung eintreten möchte, der hat einen enormen Vorteil, wenn man weiß wie diese „tickt“. Egal ob es das Wissen über relevante Akteure wie z.B. Wettbewerber oder Handelspartner, die Kenntnis über Kundenanforderungen oder gesetzliche Voraussetzungen ist. Wenn ich von Anfang an viele Besonderheiten einer Branche kenne, vielleicht sogar mehr als andere Marktteilnehmer, habe ich einen wichtigen Vorteil. Das ermöglicht es schnell zu reagieren, sein Produkt oder seine Lösung anzupassen und letztendlich zu wachsen. Habe ich solch ein Wissen nicht, kann es sein, dass man sich erstmal viele Monate in bestimmte Themen einarbeiten muss. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Beides Ressourcen, die ein Start-up normalerweise nur begrenzt zur Verfügung hat. Wer sich zudem schon viele Jahre mit einer Branche oder Technologie beschäftigt, der hat eine Art Expertenwissen. Das macht eine Gründung immer authentisch. Hierbei hat uns das Wissen aus dem Familienunternehmen über die Branche für Technologien zur Wasseraufbereitung enorm geholfen.

DIGITALES EINKAUFEN | Marko Jeftic, Geschäftsführer Ciconia Software GmbH und Entwickler der Marktfee.app

DIGITALER MARKTPLATZ FÜR LEBENSMITTEL VON REGIONALEN ANBIETERN

Das Produkt: Marktfee.app ist ein digitaler Marktplatz für Lebensmittel von regionalen Anbietern.

Die Motivation: Der Markt wird dominiert von größeren Supermarktketten. Für regionale Händler ist es schwierig, dagegen anzukommen. Vor allem in Zeiten von Corona müssen unsere Locals besonders unterstützt werden. Auch für die Umwelt ist der Einkauf von importierten Produkten besonders schädlich: Durch die langen Transportwege wird enorm viel CO2 produziert. Daher ist es unser Ziel, den Einkauf bei regionalen Händlern zu fördern, indem wir diesen sichtbar und für alle zugänglich machen.

Die Idee: Mit der Marktfee.app können Kunden die Lebensmittel ganz einfach per App bestellen, abholen oder sogar nach Hause liefern lassen. Durch die Online-Zahlung wird daher kontaktloses Einkaufen möglich.
Auch können Bestellungen für Nachbarn und Bekannte mitgenommen werden - besonders in der aktuellen Situation ist eine geregelte Nachbarschaftshilfe besonders wichtig.

Die Herausforderung: Oft stehen wir vor der Herausforderung, dass Anbieter oft noch nicht ausreichend mit Digitalisierung in Verbindung gekommen sind. Daher ist unsere Technologie auch so einfach wie möglich gestaltet: Anbieter müssen sich nur registrieren, ihre Produkte hochladen und dann die Bestellungen per App aufnehmen. Unser Team steht natürlich immer bereit, um die regionalen Händler bei jeglichen Fragen zu unterstützen.

Der aktuelle Stand: Im Jahr 2020 konnten wir bereits tolle Erfolge erzielen. In nur wenigen Monaten haben wir über 100 Anbieter in unsere App aufgenommen und digitalisiert. Unser Top Anbieter konnte bereits einen Umsatz von über 20.000€ durch die Marktfee.app erzielen. Mit über 2300 Hauslieferungen und ca. 4500 regelmäßigen Nutzern haben wir Kunden und regionale Anbieter erfolgreich vernetzt. Doch wir hören nicht auf. Wir wollen immer mehr regionale Händler digitalisieren und Regionalität spürbar machen. Es stehen viele neue Projekte auf unserem Plan, wie beispielsweise eine Kooperation mit dem Mannheimer Wochenmarkt, welcher schon bald in unserer App verfügbar sein wird.

Persönlicher Rat an Gründer*innen: Das Wichtigste ist, ein tolles Team zu haben, das an die Idee glaubt und die Visionen teilt. Egal wie unterschiedlich alle sind - jedes Teammitglied sollte einzigartige Fähigkeiten mitbringen, die sich ideal ergänzen. Die richtige Unterstützung ist ebenfalls essentiell: Man sollte sich früh genug mit Mentoren und Investoren umgeben, die durch wertvolles Feedback und Erfahrung helfen, das Geschäft weiterzubringen.

MODE | Viola Weller, Gründerin VLACE, Ludwigshafen

DIE WELTWEITE REVOLUTION DER SCHNÜRSENKEL NIMMT MIT VLACE IHREN ANFANG

Aktuell befindet sich unsere Gründerin noch im letzten Semester ihres Masterstudiengangs und arbeitet parallel an VLACE.

VLACE ist nun seit zwei Monaten online und wir konnten bereits 600 Stück online und in ausgewählten Boutiquen verkaufen. Im Moment arbeiten wir an der nächsten Kollektion und warten schon gespannt auf unsere nächste Bestellung, welche neue Farben beinhalten wird. Wir arbeiten im Moment daran deutschlandweit bekannt zu werden und VLACE in mehr Boutiquen verkaufen zu dürfen.
Das Produkt: VLACE sind Satin Schnürsenkel, die aus 8 verschiedenen Farben bestehen. Sie sind 2,2 cm breit und 140cm lang. An jedem Ende befindet sich ein goldener Kopf aus Messing. Der Kopf ist mit der Gravur des VLACE Logos versehen. VLACE werden immer in einer schwarzen Geschenkbox verschickt. Die Geschenkbox ist mit dem goldenen Logo versehen und mit einer schwarzen Schleife.

Die Motivation: Die weltweite Revolution der Schnürsenkel nimmt mit VLACE ihren Anfang. Unser Ziel ist es das Bild des langweiligen, jedoch notwendigen Schnürsenkels zu wandeln. Schnürsenkel erfüllen nicht länger nur einen Zweck, sondern sind ausgewählte Schmuckstücke, die es mit Bedacht zu wählen und mit Selbstbewusstsein zu tragen gilt.

Die Idee: An einem frühen Abend im Dezember spazierte ich durch den Central Park in NYC. An diesem Abend zogen Hunderte weiße Sneaker an mir vorbei. Sie unterschieden sich durch minimalste Details und ich bemerkte, dass sie alle dieselben tristen Baumwollschnürsenkel trugen – langweilig. Ihre Träger*innen bemühten sich derart um Individualität und vergaßen dabei ein kleines, aber nicht zu übersehendes Detail. Die Idee von VLACE war geboren - an einem kühlen Dezemberabend in New York.

Die Herausforderung: Die größte Herausforderung ist im Moment die Corona Pandemie. VLACE ist zwar größtenteils online vertreten, jedoch ist der Austausch mit anderen Gründern von immenser Wichtigkeit. Außerdem ist es schwieriger VLACE im Einzelhandel zu platzieren, da es um viele Geschäfte schwierig steht und sich die Inhaber somit nicht an Neues trauen wollen.

Der aktuelle Stand: Im Moment arbeite ich (Viola) größtenteils alleine an VLACE, meine Familie und Freunde stehen mir aber immer mit einem guten Rat zur Seite. Ich habe mich mittlerweile auch mit anderen tollen Gründern zusammengetan und wir helfen uns gegenseitig bei Videos, Bildern oder der Gestaltung des Webshops. Aktuell arbeite ich an Werbeaktionen für die Vorweihnachtszeit. Außerdem sind neue Farben der Satin Schnürsenkel auf dem Weg, die ich ganz gespannt erwarte. Aktuell arbeite ich auch an der nächsten Kollektion, die auch für Männer spannend werden wird. Ergänzend beschäftige ich mich mit der deutschlandweiten Markenbekanntheit von VLACE, ich kontaktiere Zeitschriften, Radiosender oder setze mich mit Facebook Ads auseinander.

Persönlicher Rat an Gründer*innen: Ich habe in der Zeit von VLACE viel gelernt, das Wichtigste ist der Austausch mit anderen Gründern, wie aber auch mit Freunden und der Familie. Jedoch sollte man bei den vielen Ratschlägen und Tipps final auf sein eigenes Bauchgefühl hören. Durch den Austausch bekommt man nicht nur frischen Input, sondern hat auch Spaß sein eigenes Projekt mit ganz vielen anderen kreativen und spannenden Menschen zu teilen. Außerdem sollte man sich am Anfang nicht ewig mit einem komplizierten Businessplan oder einer langjährigen Planung auseinandersetzen – learning by doing. Stehe zu 100% hinter deiner Idee. Setze nur die Idee in die Realität um hinter welcher du auch wirklich stehst und für welche du brennst. 

2019

GESUNDHEIT | Alexa Nießen, Praxis für Physiotherapie, Mannheim.

Lage, Infrastruktur und die Atmosphäre in den großzügigen Räumen sowie die Grundlagen für eine Kassenzulassung in S6, 20 überzeugten auf Anhieb – ebenso wie die große Unterstützung durch ihre Eltern und ihren Partner: Im Juli 2019 öffnete die Münchnerin Alexa Nießen nach ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Physiotherapeutin an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM), einem Bachelor Studiengang für Medizinalberufe an der DIPLOMA Hochschule in Heilbronn und rund sieben Jahren Berufserfahrung ihre eigene Praxis für Selbstzahler und Privatpatienten.

Raum für individuelle Therapie - Alexa Nießen eröffnete im Juli 2019 ihre Praxis für Physiotherapie.

Die Leistungen
Manuelle Therapie. Massage. Manuelle Lymphdrainage. Faszien Therapie. Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Wärmebehandlung. Kryotherapie.

Die Motivation
Physiotherapie ist vielfältig – und spannend. „Eigentlich wollte ich nur die Wartezeit für einen Medizin-Studienplatz überbrücken, aber die Ausbildung und insbesondere die Arbeit mit den Patienten haben mich so begeistert, dass das Medizinstudium schnell in den Hintergrund rückte. Ich wusste aber auch, man kann vieles besser machen in der Behandlung: Insbesondere wollte ich mir Zeit für die Bedürfnisse meiner Patienten nehmen können. Die Gesundheit meiner Patientinnen und Patienten ist mehr Passion als Beruf, und so habe ich mich entschieden, im ersten Schritt eine Praxis für Privatversicherte und Selbstzahler zu eröffnen.“

Die Herausforderung
Ein professioneller Auftritt, der Aufbau eines Netzwerks, Steuerberater, Buchhaltung, Einrichtung, technische Geräte – eine Praxis von Null aufzubauen und diese rein mit Selbstzahlern und Privatpatienten zum Laufen zu bringen, das war eine Herausforderung. Überdurchschnittliche Behandlungszeiten, schnelle Terminvergabe, Methoden und Anwendungen, die auf dem neuesten Stand der Wissenschaft basieren und eine ganzheitliche Behandlung – ist das allein zu stemmen, und ist das wirtschaftlich zu stemmen? Das waren die Fragen, die sich die staatlich anerkannte Physiotherapeutin immer wieder stellte.

Der aktuelle Stand
„Ich habe immer viel gearbeitet, aber bis zum Aufbau meiner Praxis wusste ich gar nicht, wie lang und wie anstrengend so ein Tag sein kann. Doch es läuft unglaublich gut und ich spiele bereits jetzt, und damit 1 - 1,5 Jahre früher als gedacht, mit dem Gedanken, noch eine Physiotherapeutin bzw. einen Physiotherapeuten einzustellen. Ich habe das große Glück, dass ich das alles mithilfe eines Kredits aus meiner Familie starten konnte. Aber insbesondere das ist auch eine große Verpflichtung. Nach und nach möchte ich die Praxis ausbauen, mir weitere Geräte erarbeiten. Langfristig würde ich sehr gern eine zweite Praxis als Kassenpraxis aufmachen oder übernehmen. Denn ich bin auch der festen Überzeugung, dass man vieles an der Behandlung ‚auf Rezept‘ verbessern kann.“

„Machen, einfach machen, selbst und ständig. Man braucht Mut, einen überzeugenden Plan und viel Leidenschaft ebenso wie Partner und ein Umfeld, die Verständnis haben“, ruft die sympathische 30-Jährige Menschen zu, die sich selbständig machen möchten. „Ich würde es auf jeden Fall wieder machen, es war die richtige Entscheidung“, sagte Alexa Nießen beim 20. Existenzgründungstag Rhein-Neckar in Speyer auf der Messebühne.

TECHNOLOGIE | DR!FT Racer, Sturmkind GmbH, Speyer.

RASANTE ERFINDUNG MIT NEUER COOLER IDEE

Martin Müller, Erfinder der DR!FT Racer, Gründer der Sturmkind GmbH, Speyer.

Über 30.000 Stück sind bereits verkauft, mehr als 100.000 Rennsport- und Gaming-Begeisterte folgen ihm und seiner Erfindung über die Sozialen Medien und das Crowdfunding-Ziel seiner aktuellen Kickstarter-Kampagne „DR!FT – next Level“ war innerhalb von 20 Minuten erreicht: Martin Müller ist erfolgreicher Gründer und Geschäftsführer der Sturmkind GmbH in Speyer und visionärer Erfinder der DR!FT-Racer - 2018 mit dem Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie Innovation ausgezeichnet.

Das Produkt
Bei den DR!FT Racern werden die originalgetreuen Fahreigenschaften und der Sound von Rennwagen mit modernster Computertechnologie perfekt simuliert. Gesteuert werden die kleinen Fahrzeuge im Maßstab 1:43 komplett über das Smartphone und die DR!FT App.

Die Motivation
„Dass die Autos meiner Carrerabahn zwar so aussahen wie Rennautos, aber weder wie solche klangen noch sich annähernd so bewegten, hat mich schon als Kind gestört“, erzählt der 43-jährige Produktentwickler. Die Vision, spannende Rennen im Wohnzimmer zu fahren, Rennen, bei denen Überholmanöver, viele Fahrer gleichzeitig und Bahnunabhängigkeit möglich wären, hat Martin Müller bereits seit 2003. Mit der tiefen Überzeugung, dass Emotionen nur dann entstehen können, wenn ein Modell nicht nur so aussieht wie in der Realität, sondern auch so klingt und sich insbesondere auch so bewegt wie in der Realität.

Die Idee
Ebenso wie die verfügbaren Technologien reifte die Idee immer weiter, die Welt der virtuellen Rennsimulationen und der realen Rennautos zu kombinieren. Dank der Weiterentwicklung der Smartphone-Technologie konnte 2014 der Startschuss für DR!FT fallen. Martin Müller gibt sein eigenes Konstruktionsbüro auf und widmet sich ausschließlich seiner Erfindung, 2015 hält er den ersten Prototypen und damit eine neue Gattung des Gamings in den Händen.

Die Herausforderung
Die Investorensuche gestaltete sich schwierig, Martin Müller und seine Frau, die inzwischen gemeinsam mit ihm das Unternehmen leitet, entschieden sich für eine Crowdfunding-Kampagne: Ende September 2016 wird der erste Teaser auf Facebook veröffentlicht, nach einer achtwöchigen Kickstarterkampagne haben im Dezember 2016 weit über 1.300 Personen ihre DR!FT-Racer vorab gesichert – 260.000 € kommen auf Kickstarter und Crowdpilot zusammen. DR!FT konnte, 14 Jahre nach der ersten Vision, endlich Realität werden. Ein knappes Jahr später wurden die ersten DR!FT-Racer ausgeliefert.

Der aktuelle Stand
Ein 15-köpfiges Sturmkind-Team, das mit großer Begeisterung an der nächsten Generation der DR!FT Racer arbeitet. Insgesamt sind bereits mehr als 50 Menschen, verteilt über ganz Deutschland, in das Projekt DR!FT involviert. „Handmade in Germany“ – der Anspruch an die Nachhaltigkeit der DR!FT-Racer ist groß und bezieht sich nicht nur auf die verwendeten Materialien sondern einen sehr guten Reparaturservice und zahlreiche Möglichkeiten zum Aufrüsten. In Kürze werden die ersten Modelle von „DR!FT – next Level“ ausgeliefert: Mit dieser Evolutionsstufe bringt das Team um Martin Müller erstmals Fahrzeuge mit vorbildgetreuen Karosserien auf den Markt – abermals über eine Crowdfunding-Kampagne. Die nächste Herausforderung ist dann, genügend der neuen Racer zu produzieren, um dem anstehenden Weihnachtsgeschäft gewappnet zu sein. „Wir stehen mit dieser neuen Art des Gaming noch ganz am Anfang“ so Martin Müller, der inzwischen auf der Suche nach weiteren Investoren ist, um neue Ideen zu realisieren und den weltweiten Vertrieb schneller ausbauen zu können.

„Eine neue Geschäftsidee muss immer kritisch hinterfragt werden – ist sie wirklich tragfähig, stehe ich 150-prozentig dahinter? Wenn diese Fragen positiv beantwortet werden können, dann heißt es Vollgas geben und nicht mehr zurückschauen“, rät der gelernte Werkzeugmacher und Produktentwickler – nicht ohne auf die hervorragende Unterstützung durch die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz, die Vereinigte VR Bank Kur- und Rheinpfalz eG und die Wirtschaftsförderung der Stadt Speyer hinzuweisen.

Martin Müller und seine Frau Stephanie hielten die Keynote im Rahmen des Start-Impulses zum 20. Existenzgründungstag Rhein-Neckar am 23.11.2019 auf der Messebühne im Hangar 10 des Technik Museum Speyer.

2018

SICHERHEIT | Harald Gerhard, Gerhard Trade & Consulting GmbH, Bensheim.

Echt clever: Blinken für die Sicherheit

„Du hast mir überzeugt – ich koofe zwo!“ Dieses Schlüsselerlebnis auf der ersten Messepräsentation auf der Velo Berlin wird Harald Gerhard nie vergessen: Idee und Entwicklung seines Blinkerhandschuhs gingen auf. Der 72-jährige Wirtschaftsingenieur, überregional bekannt durch seinen Auftritt in der VOX-Show „Die Höhle des Löwen“, gründete 2016 sein Unternehmen in Bensheim, um aus seiner Idee ein marktfähiges Produkt zu entwickeln.

Die Motivation zur Gründung:
Ein Beinahe-Unfall zeigte mir, wie gefährlich Radfahren in der Dunkelheit ist. Ich wusste, man muss mehr im Bereich Sicherheit machen und so kam ich auf die Idee vom Blinkerhandschuh.

Die Idee:
Der Blinkerhandschuh ist ein Fahrradhandschuh mit Leuchtdioden zur Richtungsanzeige. Das Besondere ist die Verbindung von Elektronik und Textil im Outdoor-Bereich in Sommer-, Winter- und Übergangshandschuhen. Die Blinkeinrichtung ist stoßfest und wasserabweisend. Radfahrer sind somit mit mehr Sicherheit unterwegs.

Die Leistung:
Entwicklung, Produktion und Vertrieb des Blinkerhandschuhs.

Der aktuelle Stand:
Der Blinkerhandschuh wird für den Bereich Kaufhäuser und Discounter von DS Produkte GmbH vertrieben, das Vertriebsnetz ist auch für den Einzelhandel komplettiert inklusive Sonderanfertigungen für Oldtimermotorradfahrer und Kutschfahrer.

„Natürlich gibt es Probleme und es läuft leider nicht immer alles wie geschmiert – aber Hinschmeißen kommt nicht in Frage!“ sagt Harald Gerhard und rät: „Wenn man an seine Unternehmensidee glaubt, muss man alles geben.“
Harald Gerhard überzeugte auf der Bühne des 19. Existenzgründungstages Rhein-Neckar im Tagungszentrum DAS WORMSER unter „Ideen mit Perspektive“.

www.blinkerhandschuh.de

KOSMETIK | Jennifer Lapidakis, STRONG GmbH, Mannehim

Den ganzen Tag strahlen dank STRONG

„Der Standort Mannheim lag mir schon immer sehr am Herzen. Bei Anliegen konnte ich mich immer an die Start up Mannheim GmbH wenden und erhielt Unterstützung. Bereits 2006 bin ich in das Unternehmen meines Vaters mit eingestiegen und konnte sehr viel als Unternehmerin lernen“, sagt Jennifer Lapidakis, die sich 2015 mit der ersten wisch-, wasser- und schweißfesten Sportkosmetikmarke STRONG fitness cosmetics und der STRONG GmbH selbstständig machte. „Es war nicht immer leicht, aber mit viel Vertrauen und einem guten Team konnten wir schon einige Erfolge erzielen. Trotz des harten Weges bin ich mit Leib und Seele Unternehmerin.“

Die Motivation zur Gründung: Seit einigen Jahren mache ich schon intensiv Crossfit. Eines Tages, nach dem Training sagte eine gute Freundin aus Spaß zu mir: „Hey Jenny, warum gehst Du geschminkt zum Sport? Dein Make-up ist total verschmiert.“ Da aber viele Frauen, meist direkt von der Arbeit zum Sport gehen, bleibt keine Zeit zum Abschminken und deshalb habe ich mich kurzerhand entschlossen, geeignete Produkte auf den Markt zu bringen, die für die Bedürfnisse sportlich aktiver Frauen passend sind und auch beim Training halten.

Die Idee: Wir lieben Sport und möchten auch dabei gut aussehen – einfach, weil wir uns dadurch noch wohler fühlen. Dieses Gefühl möchten wir weitergeben und mit unseren Produkten Frauen die Möglichkeit bieten, selbst bei schweißtreibenden Workouts großartig auszusehen. Die STRONG SWEAT TECH Kosmetiklinie wurde von starken Frauen für starke Frauen entwickelt. Die strong fitness cosmetics Kosmetiklinie ist speziell für die Bedürfnisse sportlich aktiver Frauen entwickelt.

Die Leistung: Langanhaltendes Make-up, das selbst bei Kontakt mit Schweiß und Wasser noch für einen perfekten und natürlichen Sport-Look sorgt.

Der aktuelle Stand: Neben unserem Basic-Package (Make-up (hell oder dunkel), Mascara, Eyeliner) haben wir unser Produktportfolio um neun Lipgloss-Farben (5 Matt- und 4 Glanzfarben) erweitert. Unser Ziel steht ganz klar fest: Die erfolgreichste deutsche Sportkosmetikmarke zu werden.

ProsiebenSat.1 Accelerator ist seit Mitte 2018 als Investor an Bord – mit einem Mediavolumen in Höhe von 1,3 Millionen Euro in TV, Online, Social Media, Video sowie Digital-Out-of-Home. Des Weiteren starten wir mit dem Vertrieb im stationären Handel im ersten Quartal 2019.
"Keep going. Wenn du an etwas glaubst, lass Dich nicht unterkriegen und mach solange weiter bis Du Erfolg hast. Denn er wird kommen!" ist der Rat der charismatischen Unternehmerin der STRONG GmbH.

www.strong-fitness.de

VERSICHERUNG | Dieter Lendle, goNetto GmbH, Bensheim

Schluss mit versteckten Provisionen!

„In Deutschland bezahlen Verbraucher für ihre Versicherungen Jahr für Jahr 14,5 Milliarden Euro an Provisionen. Daher hat mich die Idee, mit provisionsfreien Nettotarifen an den Start zu gehen, sofort elektrisiert“, sagt Dieter Lendle. Der 57-Jährige ist Gründer und Geschäftsführer der goNetto GmbH aus Bensheim.

Die Motivation: Es geht uns um die Trennung von Versicherungs- und Beratungsleistung. Kunden sollen nicht länger automatisch für eine Beratung mitbezahlen, die sie in vielen Fällen gar nicht in Anspruch nehmen.

Die Idee: Der Finanzdienstleistungsmarkt und hier speziell der Versicherungsmarkt stehen vor einer großen Veränderung. Die Digitalisierung wird das alles beherrschende Thema im Versicherungsbereich sein. Komfortable Online-Plattformen können den Kunden immer und überall bedienen und begleiten. Basierend auf diesem Megatrend wurde das gonetto-Geschäftsmodell entwickelt.

Die Leistung: Mit gonetto erhalten Kunden zum ersten Mal die Möglichkeit, nur für den eigentlichen Versicherungsschutz zu zahlen und die versteckten Provisionen zu sparen, die einen hohen Anteil am Versicherungstarif ausmachen. Mit einer Flatrate von einem Euro pro Monat und Versicherung eliminiert gonetto den in herkömmlichen Provisionsmodellen immanenten Interessenkonflikt. Einzigartig ist auch, dass der Kunde erstmals seine Versicherungsbeiträge dauerhaft reduzieren kann und das, ohne den Versicherungsvertrag zu kündigen oder zu verändern. So demokratisiert gonetto Versicherungen und macht sie für wirklich jeden interessant.

Eine Herausforderung: Unverständlicherweise hat sich die BaFin mit einer Interpretation des Gesetzestextes zum sogenannten Provisionsabgabeverbot hinter die Interessen der Provisionslobby gestellt. Wir müssen für den deutschen Verbraucher für die Geschäftsidee von gonetto kämpfen.

Der aktuelle Stand: Nach einem Geschäftsjahr haben wir bereits fast 3.000 Verträge von Kunden gewinnen können. Die Auseinandersetzung mit der BaFin hat uns aber um einige Monate zurückgeworfen. Parallel zu dem Rechtsstreit, den wir mit der Behörde führen, entwickeln wir unser Geschäftsmodell weiter. Als nächstes werden wir in das Geschäft mit gewerblichen Versicherungen einsteigen. Mit Investoren befinden wir uns in einem fortgeschrittenen Stadium.

„Wenn man einen grundlegenden Wandel initiieren will, stößt man auf Widerstände und braucht einen langen Atem“ hat sich Dieter Lendle auf einen längeren Kampf für das gonetto-Geschäftsmodell eingestellt. Für diesen Kampf will Lendle, der seinen Diplom Kaufmann an der Uni Mannheim gemacht hat, seine langen beruflichen Erfahrungen im Bank- und Börsengeschäft nutzen.
Dieter Lendle berichtete live im Kurzinterview auf der Bühne des 19. Existenzgründungstages Rhein-Neckar im Tagungszentrum DAS WORMSER.

www.gonetto.de